Teresa Conze (MSS 11) berichtet über ihre Teilnahme an der young leaders Akademie

16.01.2020

Teresa Conze (MSS 11) hat vom 29. Oktober bis 03. November 2019 an der young leaders Akademie in Strausberg/Berlin teilgenommen.

 

Lesen Sie nachfolgend ihren Erfahrungsbericht, in dem sie u.a. ausführlich auf ein Treffen mit Albrecht Broemme, Präsident des Technischen Hilfswerks (THW), eingeht:

 

THW - eine Gemeinschaft für`s Leben

young leaders Akademie öffnet Türen

Interesse, Offenheit und Engagement benötigt man, um ein Teil der young leaders Akademie zu sein und ich, Teresa Conze, eine 16-jährige Schülerin des Wilhelm-Hofmann-Gymnasiums St. Goarshausen, hatte das Privileg vom 29. Oktober bis zum 03. November 2019 in Strausberg/Berlin dabei sein zu dürfen. Die young leaders Akademie ist eine Stiftung, die durch Projekte wie z.B. dem Jugend Presse Kongress oder der European Youth Debating Competition engagierte Jugendliche fördert, damit diese die zukünftigen politischen und wirtschaftlichen Köpfe Deutschlands werden können. Unterstützt vom Verteidigungsministerium und der Stiftung politische und christliche Jugendbildung e.V. war ich in der Lage mit weiteren 100 Jugendlichen aus allen 16 Bundesländern an der Akademie teilzunehmen.

Das Organisationsteam hatte sich ein eng getaktetes, aber interessantes und vielfältiges Programm einfallen lassen. So gehörten die Plenen der Referenten Prof. Nicanor Austriaco aus Providence, USA, über Human Dignity, Freedom and Responsibility und von General Eberhard Zorn, Generalinspekteur der Bundeswehr über die Sicherheit in der Zukunft zu meinen Highlights der Akademie. Einer der besten Programmpunkte jedoch war der Jugend Presse Kongress, an dem wir am Vormittag mit dem eigens dafür eingeflogenen Profijournalisten Andreas Hain (SWR 3/ARD Hörfunk) zusammenarbeiten durften, um einen TV-Beitrag, eine Kongresszeitung und ein Web Magazin zu erstellen. Mit meinem Team hatte ich die Gelegenheit innerhalb von 2 Stunden ein Interview mit Cedric Solms, einem 21- jährigen Start-Up-Unternehmer zu führen und den Artikel über ihn fertigzustellen, damit dieser rechtzeitig an die Zeitung geschickt werden konnte, was uns trotz Zeitdruck erfolgreich gelang.

Im Anschluss ergriffen die Teilnehmer die Chance Albrecht Broemme, Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) über Katastrophenschutz zu interviewen, um mehr über seine Tätigkeiten zu erfahren.  Da ich als Rettungsschwimmerin der DLRG Lahnstein eng mit dem THW zusammenarbeite, freute ich mich darauf, mit Herrn Broemme über aktuelle Themen zu diskutieren. Auf die Frage „Wie wollen Sie junge Menschen für ein Engagement beim THW begeistern?“ antwortete er: „Das THW hat leider ein leicht verstaubtes Image. Es gibt aber auch viele junge Menschen, die ihre Freizeit vor dem Laptop verbringen, da müssen wir nicht nur unser Image aufpolieren, die müssen auch mal ihren Hintern vom Sofa nehmen. Beim THW findet man lebendige, echte Freunde – Kameraden, die einander helfen.“ Diese Aussage kann ich nur bestätigen, da ich in meinem Verein, dem DLRG, dieselbe Freundschaft und Akzeptanz erlebe, auf die auch Herr Broemme anspielte. Auf unser Nachhaken hin, ob das THW, wie viele andere Organisationen, Nachwuchsprobleme habe, führte der Präsident aus, dass sein Hilfswerk aus 80.000 ehrenamtlichen und 2.000 hauptberuflichen Mitarbeitern bestehe und somit zuverlässig aufgestellt sei. Diese Bereitschaft der Menschen, freiwillig der Gemeinschaft zu helfen, ist einer der Grundsätze des THW und für mich als Jugendliche von großer Bedeutung, da es aufzeigt, dass es noch Menschen gibt, die an das Wohl anderer denken. Außerdem wurde in dem Interview besprochen, wie sich das THW auf Extremwetterverhältnisse, verursacht durch den Klimawandel, vorbereitet. Dazu meinte er, dass es schon immer Naturkatastrophen gegeben habe, diese aber durch den Klimawandel länger und häufiger ausfielen, was vor allem weitere Schwierigkeiten in der Transportlogistik nach sich ziehe. Dies führe unter anderem dazu, dass ländliche Regionen teilweise von Hilfe abgeschottet würden, da diese erst aus der nächst gelegenen Großstadt anrücken müsse. Nichts desto trotz bleibt das zentrale Anliegen des THW der Schutz der Bevölkerung nach Umweltkatastrophen.  Doch die Tatsache, dass es für die Einsatzkräfte ernüchternd sein müsse, immer erst dann gerufen zu werden, wenn eine Katastrophe bereits passiert sei, ließ mich nicht mehr los. Deshalb richtete ich folgende Frage an Herrn Broemme: „Inwiefern haben solche Katastrophenfälle Einfluss auf Ihr Denken im Alltag genommen und können Sie das Geschehene überhaupt verarbeiten?“.  Daraufhin meinte er etwas nachdenklicher als zuvor, dass er schon viel Schreckliches gesehen habe, es ihm aber in einem solchem Fall gut getan habe, sich an einen Seelsorger zu wenden und mit seinen Freunden über die Einsätze zu sprechen. 

Auf Grund der offenen und ehrlichen Art des Präsidenten hinterließ er bei den Jugendlichen einen bleibenden Eindruck, da es ein Leichtes war mit ihm über unsere Fragen zu diskutieren. Zudem ist anzumerken, dass er schon seit über 50 Jahren ein prägendes Mitglied im THW ist und trotz vieler zu bewältigender Probleme nie daran gezweifelt hat, dass es wichtig ist, ein Teil dieser Kameradschaft zu bleiben. Deshalb passen auch seine Schlussworte, die er zum Abschied an die Teilnehmer richtete: „Also - eine schöne Botschaft hätte ich: Seht zu, dass Ihr möglichst immer das macht, was euch auch Spaß macht.“

Am letzten Tag der young leaders Akademie ist mir klar geworden, was für großartige Erfahrungen ich in nur 6 Tagen sammeln durfte und wie glücklich ich mich schätzen konnte, an dieser Aktion teilnehmen zu können. Deshalb empfehle ich jedem, die Chancen, die einem gegeben werden zu nutzen, da man am Ende des Tages nie weiß, welche Türen sich danach noch öffnen werden. 

 

Foto: Albrecht Broemme, Präsident des THW, im Gespräch mit Teilnehmern der young leaders Akademie