In Schreibgewittern-Workshop mit Autor Manfred Theisen (19.11.2019)

In Schreibgewittern - Workshop mit Autor Manfred Theisen im Rahmen des Projekts „Little Artur“ der Literaturbüro e.V. und mit finanzieller Förderung des Ministeriums für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz

 

Am 16. und 24. September diesen Jahres wurden wir, ein limitierter Kreis von Schülerinnen und Schülern, die des Schreibens willig sind, von dem Schriftsteller Manfred Theisen besucht. Diese literarische Inspektionsreise Theisens sollte dazu dienen uns beim Schreiben eigener Texte zu unterstützen und unseren Schreibstil zu verbessern.

Am 16. September traf Manfred Theisen auf eine Gruppe aus sechs Damen, die ihn schon in den ersten Minuten mit ihren speziellen Fragen löcherten, sodass er gar nicht dazu kam, sein „normales“ Workshop- Programm zu beginnen. So wurde dieser Tag, laut Theisen, ganz anders als geplant, aber trotzdem „klasse“. Auf die Frage, wie man eine Story richtig aufbaut, folgte eine detaillierte Erläuterung von „first“ und „second plot points“ veranschaulicht an den bekannten Figuren Romeo und Julia oder modern Rose und Jack, die in Theisens mitreißenden Erzählungen wahlweise romanische oder mörderische Entwicklungen durchliefen. Es wurden also nicht nur die Schreib-, sondern auch die Lachmuskeln trainiert und Ironie wurde zum zentralen Kommunikationsmedium. Sobald eine gute Story im Raum stand, wurde die entsprechende Urheberin zum Schreiben in die Bibliothek verbannt, sodass am Ende des Tages jede etwas zu Papier gebracht hatte.    

Am 24. traf der Schriftsteller erneut auf die nun sieben Damen und einen Herren, da zwei aus den Reihen des Polen-Austausches hinzugestoßen waren. Hierbei wurden alle vorhandenen Texte gelesen und vom Autor in gewohnt ironischer Art und Weise analysiert und die Fehler oder stilistische und ästhetisch fragwürdige Ausdrücke gejagt. Mit Kitsch wurde gnadenlos aufgeräumt, zum Beispiel mit der „Träne, die auf die weiße Marmorplatte“ fiel. Auch ging es um einen politisch-kulturellen Roman in der Tradition Thomas Manns. Hierbei sprach Theisen die harte Realität des schreibenden Alltages an, denn der Verfasser dieses hochtrabenden Traktates habe große Qualen zu leiden und werde dreifach an seinem Werke zusammenbrechen, bis es veröffentlicht werde. Da werden es die weiblichen Autorinnen mit ihren Herz-Schmerz-Romanen (Rose und Jack) vermutlich einfacher haben, das schnelle Geld machen und in riesigen Villen hausen. Die ausdauernde Freundlichkeit des Herrn Theisens trug nach wie vor dazu bei, dass die verübte Kritik konstruktiv (und mit viel Gelächter) aufgenommen werden konnte.

Zwischendurch erzählte uns Herr Theisen auch von seinen eigenen Projekten und berichtete darüber, wie kompliziert es zweitweise sei, gemeinsam mit Verlagen und Layout- Designern ein Buch zu veröffentlichen. Abschrecken konnte er damit natürlich niemanden.  

Alles in allem waren es zwei wirklich interessante Tage, die uns in unserer schriftstellerischen Tätigkeit sehr geholfen haben. Vielen Dank!

 

J. Diehl (MSS 12), L. Petermann (7c), A. Schweizer (MSS 11) und M. Nottarp



 

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